Deutsches Rotes Kreuz e.V.

"Mitteldeutsche Zeitung" vom 14. September 2016

Dessau: Der zahlungsunfähige Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Dessau kann offenbar gerettet werden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Nico Kämpfert aus Magdeburg geht davon aus, dass eine Sanierung gelingt. „Ich bin optimistisch, dass wir den Kreisverband stabilisieren und für die Zukunft neu ausrichten können."

Etwa ein halbes Jahr soll es nun dauern, bis der Verein saniert ist. Für Kunden gebe es keine Einschränkungen, alle Angebote des DRK würden aufrecht erhalten, sagt Kämpfert. Auch für die etwa 80 Arbeitsplätze bestünde keine Gefahr. Für den Rettungsdienst ist im Gegenteil eine Aufstockung geplant.

Offenbar führten Managementfehler beim DRK in die Insolvenz

Der Kreisverband hatte vor rund einem Monat am Amtsgericht Insolvenz beantragt.

Der Verein war nicht mehr in der Lage, die nächsten Rechnungen zu bezahlen. Kämpfert spricht von Verbindlichkeiten im hohen sechsstelligen Bereich. Bei wem diese bestehen, sagt er nicht. Grund sind offenbar Managementfehler.

Die bereits seit einiger Zeit bestehenden wirtschaftlichen Probleme konnten auch nach dem Wechsel im Vorstand 2015 nicht gelöst werden.

„Für die derzeitige Lage spielen viele Gründe eine Rolle. Das Hauptproblem sind nicht die Schulden, sondern die strategische Ausrichtung", erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter.

Das DRK in Dessau muss stärker nach unternehmerischen Gesichtspunkten arbeiten. „Es muss mehr nach betriebswirtschaftlichen Aspekten gedacht und gehandelt werden, um erfolgreicher zu sein."

Kreisverband in Dessau soll neu aufgestellt werden

Ziel der Sanierung sei nun, den Kreisverband neu zu strukturieren. Wie genau genau er den Weg aus der Krise schaffen möchte, dazu will sich Kämpfert erst Anfang Oktober äußern. Nur so viel: Unter anderem müssten Einsatz und Planung des Personals neu aufgestellt werden. „Es ist keine einfache Situation. Personell sind die Rettungsdienste sehr eng aufgestellt. Hier benötigt das DRK dringend neues Fachpersonal", sagt Kämpfert. Es sollen aber auch die Kredite in Laufzeit und Zinsen optimiert werden.

Der DRK-Kreisverband hat derzeit rund 2.000 Mitglieder. Etwa 80 Mitarbeiter und rund 160 ehrenamtliche Helfer sind in der Stadt Dessau-Roßlau und Umgebung im Einsatz. Zu den Leistungen gehören auch ein Hausnotruf, Blutspenden, Erste-Hilfe-Kurse und die medizinische Absicherung von Veranstaltungen. In der Karlstraße betreibt die Organisation ein Seniorenwohnhaus.

Finanznöte beim DRK bestehen seit 2009

Mit der Finanznot kämpft der Verein schon seit längerem. 2009 beispielsweise klaffte ein großes Loch in der Bilanz. 2011 schaffte der Verein zwar eine Wende, konnte sich jedoch nicht langfristig erholen. 2014 sprach die damalige Geschäftsführerin von Problemen bei der Refinanzierung der Leistungen über Krankenkassen und andere Träger.

Anfang 2015 trat schließlich der Vorstand nach heftiger Kritik an der Führung zurück. Doch auch der neue Vorstand und die neue Geschäftsführung bekamen die Lage nicht in den Griff - und beantragten ein Insolvenzverfahren. „Der DRK ist diesen Schritt frühzeitig gegangen. Das ist entscheidend für eine Rettung, weil man nun noch Spielraum für Veränderungen hat", sagt Kämpfert.

Ende September soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Auch danach werde der Betrieb des DRK-Kreisverbandes mit allen Leistungen fortgeführt. Das Gehalt der Mitarbeiter zahle dann der Insolvenzverwalter, zuvor war es über das Insolvenzgeld abgesichert. (mz)

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