DRK soll professioneller werden

MDR AKTUELL - Thomas Matsche

Mehrere Wochen hat sich der bislang noch vorläufige Insolvenzverwalter Nico Kämpfert durch die Geschäftsbücher des insolventen DRK-Kreisverbands Dessau-Roßlau gearbeitet. Nun steht sein Sanierungsplan. Und der Magdeburger Jurist hat Positives zu vermelden. Der Betrieb könne weiterlaufen. Kämpfert sagt aber auch, dass der Kreisverband professioneller aufgestellt werden müsse.

„Von der Strategie schwebt uns vor, den Bereich des Rettungsdienstes wie auch die Bereiche der Pflege und der Gesundheitsfürsorge, -vorsorge in eigenständige Gesellschaften auszulagern, die Tochtergesellschaften des Kreisverbandes bleiben und dann auch wirklich wirtschaftlich tätig sein sollen.“
Nico Kämpfert, Insolvenzverwalter

Die Wirtschaftlichkeit sei dem Verein über Jahre abgegangen, sagte Kämpfert. Schulden im hohen fünfstelligen Bereich pro Jahr soll die Ex-Geschäftsführung angehäuft haben. Grund seien aber nicht etwa fehlende Mitgliedsbeiträge. Die machten nur rund fünf Prozent der Einnahmen aus, erklärt der Verwalter.

Vielmehr habe es die Geschäftsführung über Jahre unterlassen, mit Kranken- und Pflegekassen über neue Kostensätze zu verhandeln, trotz steigender Ausgaben. Zuletzt habe der Verein seine Schulden mit Rücklagen ausgeglichen.

Schwere Managementfehler hätten also zur Schieflage geführt, was nicht untypisch für wirtschaftlich tätige Vereine sei, wie der Experte feststellt. Weil es im Kern um den gemeinnützigen Zweck gehe, gerate oft zu sehr in den Hintergrund, dass es dabei auch um unternehmerische Entscheidungen gehe, die manchmal nicht so getroffen werden, wie es vielleicht ein Kaufmann in einem Unternehmen tun würde".

Auch der Landesverband will mehr Professionalität

Einmal im Jahr erhält auch der DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt die Geschäftszahlen aus dem Kreisverband. Lange vor der Insolvenz habe dieser dem Kreisverband deshalb signalisiert, dass es finanziell schief laufe, erklärte Präsident Roland Halang. Im Juli habe man dann die Reißleine gezogen und den damaligen Geschäftsführer beurlaubt. Der Landesverband habe daraufhin einen eigenen Leiter auf Zeit eingesetzt. Doch auch der ehrenamtliche Vorstand sei zu kritisieren. Dieser habe die Geschäftsleitung nicht ausreichend kontrolliert.

DRK-Präsident Halang sagte dazu auch: Ich verstehe partnerschaftliches Miteinander zwischen Hauptamt und Ehrenamt auch so, dass der hauptamtliche Geschäftsführer oder die Geschäftsführung sich in solchen Situationen mit dem Ehrenamt zusammensetzt", um gemeinsam nachzudenken, wie man Probleme lösen könne: Das ist nicht passiert."

Aber nicht nur die Kontrolle zwischen Ehrenamt und Hauptamt soll besser werden. Laut Sanierungsplan sollen auch mehr Bereichsleiter eingesetzt werden, um Probleme früher zu erkennen. Darüber hinaus will Insolvenzverwalter Nico Kämpfert bis Ende des Jahres mit den Kassen über neue Kostensätze verhandeln und die Gläubiger dazu bringen, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten. Nach derzeitigen Berechnungen sei keiner der 100 Jobs gefährdet, sagte er.

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